Pelzbienen (Anthophora)

Die schon zeitig im Frühjahr aktiven Pelzbienen leben so wie die meisten Wildbienenarten solitär. Ihren Namen haben sie ihrer dichten Körperbehaarung zu verdanken. Der Thorax ist mit einem recht üppigen Pelz in bräunlicher Farbe versehen. Der ebenfalls behaarte Hinterleib trägt helle Streifen auf dunklem Grund. Bei genauem Hinschauen sind die großen, länglichen Augen zu erkennen. Die wissenschaftliche Bezeichnung Anthophora der Insektengattung bezieht sich auf die Blüten, die die erforderliche Nahrung bereithalten. Pelzbienen sind, was das Futter betrifft, nicht allzu wählerisch. Es hat aber den Anschein, als ob ihnen die Nektare von Lungenkraut und Blaukissen besonders gut schmecken. Andere beliebte Futterquellen der pelzigen Wildbienen: Schlüsselblumen, Taubnesseln, Tulpen, Traubenhyazinthen, Lerchensporn, Zierjohannisbeere, Mahonie, Schneeheide, Schwarz-, Weiß- und Sanddorn, Weiden sowie alle Arten von Obstbäumen und Beerensträuchern.

Das Brutgeschäft der Pelzbienen

Je nach Pelzbienenart kommen zur Eiablage Löcher und Spalten im Boden, in Totholz, Kiesgruben, Flussufer, Lehm-und Lößwände sowie Trockenmauern in Betracht. Die Gemeine Pelzbiene, die ferner den Namen Frühlingspelzbiene trägt, bevorzugt Steilhänge aus Lehm. Im Gegensatz zu vielen anderen Wildbienenarten, die bereits fertige Röhren in Anspruch nehmen, leistet die Pelzbiene beim Anlegen der Nistplätze notfalls auch Eigeninitiative. Löcher und Gänge werden nach Bedarf verlängert und verzweigt. In ländlichen Siedlungen stehen den Pelzbienen viele alternative Nistgelegenheiten zur Verfügung. Früher wurde Lehm als Fugenmaterial für Häuser und Scheunen aus Natursteinen verwendet. Fachwerkhäuser erhielten einst ein Skelett aus Holzbalken und mit Holzgeflecht und Lehm gefertigte Gefache, die die Zwischenräume füllten. Wo es noch solche alten Gebäude gibt, finden sich für gewöhnlich gerne Pelzbienen ein. Der verbaute Lehm ist ein willkommener Ersatz für natürliche, steilwandige Lehmhänge. Leider fallen immer mehr dieser alten Gebäude dem Abriss zum Opfer, sehr zum Leidwesen der Pelzbienen. Umso mehr sind die Insekten auf künstliche Nistgelegenheiten angewiesen, wie zum Beispiel eine mit Lehmfugen aufgebaute Trockenmauer. Weitere Möglichkeiten können für Pelzbienen angelegte Lehmwände oder das Aufschichten von mit Lehm gefüllten Blumenkästen (eventuell aus Brettern zusammengenagelt) mit einer Tiefe von mindestens 25 cm sein. Zeigen die offenen Oberseiten nach vorne, bilden die übereinander gestapelten Kästen eine Mauer, die sich zum Bau von Niströhren bestens eigenen. Die einzelnen Zellen werden mit Zwischenwänden versehen. Beim Brutgeschäft erhält jedes Ei eine Futtermischung aus Nektar und Pollen. Aus dem Ei schlüpft die Larve, die sich später verpuppt. Die Entwicklung vom Ei bis zum Imago vollzieht sich relativ schnell. Trotzdem bleiben die Insekten bis zum kommenden Frühjahr in ihrem Versteck. Bereits verschlossene Zellen der Gemeinen Pelzbiene sind an der hellen, oftmals nahezu weißen Verschlusskappe zu erkennen.

Die verschiedenen Pelzbienen-Arten

  • Gemeine oder Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes): Nistbau in Lehm- und Lößwänden, an lehmigen Steilhängen oder in Mauerfugen aus Lehm
  • Wald-Pelzbiene (Anthophora furcata): Eiablage in morschem Holz
  • Zweifleck-Pelzbiene (Anthophora bimaculata): Nester in sandigem Boden, Kiesbett und ähnlich lockerem Untergrund

Pelzbienen am Insektenhaus

Am Insektenhaus tummeln sich höchstwahrscheinlich nur die Wald-Pelzbienen, wenn überhaupt. Am Ortsrand gelegene Gärten können durchaus ein Domizil für diese Spezies der Wildbienen sein, insbesondere, wenn ein bereits abgestorbener Baum zum Interieur des Gartens zählt. Notfalls reicht ein aufgeschichteter Haufen morscher Äste, in die Wald-Pelzbienen ihre Brutgänge nagen. Ansonsten liefern gegebenenfalls sandige und mit Kies befüllte Flächen den Zweifleck-Pelzbienen die Basis für unterirdische Eiablageplätze.

Flugzeiten der Pelzbienen

Über die gesamte Saison sind Pelzbienen unterwegs und zwar je nach Jahreszeit bestimmte Arten. Frühlings-Pelzbienen bzw. die Gemeinen Pelzbienen machen den Anfang. Meist treten sie schon im März in Erscheinung. Aufgrund ihrer starken Behaarung werden sie leicht mit Hummeln verwechselt. Sie sind aber erheblicher wendiger beim Flug. Zweifleck-Pelzbienen tragen auf dem Rücken einen gelbbräunlichen Pelz. Zu ihren Lieblingshabitaten zählen Sandgruben und Dünen, was ihnen den Trivial-Namen Dünen-Pelzbienen einbrachte. Die Flugzeit erstreckt sich von etwa Mitte Mai bis August. Die etwas größeren Wald-Pelzbiene, deren Bestände leider von Jahr zu Jahr geringer werden, zeigt sich von Juni bis August.

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